Donnerstag, 14. Juli 2016

[Film] Melodys Baby (2014) ⭐️⭐️⭐️⭐️

© mfa-film.de

Die Sache mit dem Cover


Bei der Filmauswahl ist für mich das Cover der DVD oder BluRay, beziehungsweise bei Kinofilmen die Filmposter, von nicht zu unterschätzender Bedeutung. Das Cover ist durchaus Kunst und gibt schon vorab einen minimalen Einblick in die Geschichte, die Hintergründe oder auch die Art der Darstellung eines Films.

Das Cover der DVD zum Film „Melodys Baby“ hat mich in der Bibliothek sofort angesprochen. Die außergewöhnliche Farbwahl hat natürlich sofort meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Aber besonders der starke Kontrast zu der so sensibel und zerbrechlich wirkenden Frau, die (natürlich bewusst gewählt!) in der Embryo-Stellung in sich zusammengekauert liegt, war der ausschlaggebende Punkt und hat final mein Interesse diesbezüglich geweckt.

Der Inhalt:


Melody lebt in den Tag hinein, sie geht von Haustür zu Haustür und bietet ihre Dienste als mobile Friseuse an. In Wirklichkeit träumt sie davon, eines Tages ihren eigenen Friseursalon zu besitzen. Doch für so etwas benötigt man eine Menge Geld. Eine Anzahlung hat Melody zwar zusammengespart, aber das reicht nicht und einen Kredit kann sie aus ihrer Lage heraus natürlich nicht aufnehmen. Daher sucht sie nach einem anderen Weg, schnell an leicht verdientes Geld zu kommen und findet eine Internet-Seite, auf der man mit anderen Frauen Kontakt aufnehmen und für ein gewisses Entgelt als Leihmutter seine Dienste anbieten kann. So beginnt also die packende Geschichte zwischen Melody und der starken Businessfrau Emily, die nur den einen Wunsch hat: ein Kind bekommen. Dass hinter den zuerst bekannt erscheinenden Wünschen der beiden Frauen, die unterschiedlicher nicht hätten sein können, noch ganz andere tiefere Beweggründe liegen, darauf möchte ich an dieser Stelle noch gar nicht weiter eingehen. Doch es wird klar, dass der Film „Melodys Baby“ versucht, nicht nur an der Oberfläche einer Problematik zu kratzen, sondern auch zu zeigen, dass hinter allem auf der Welt ein Individuum steht, dass in seinem Leben ganz einzigartige Erfahrungen und Erlebnisse gemacht hat.

Meine Rezension:


Wie höchstwahrscheinlich aufgrund meiner nicht ganz objektiven Zusammenfassung bereits zu erkennen ist, ist meine Reaktion auf diesen Film sehr positiv ausgefallen.

„Melodys Baby“ hat sehr schön die Gegensätze zweier Frauen ausgearbeitet: die eine süß und lieb, jedoch jung und unerfahren, sie weiß nicht so recht, wo sie im Leben steht; die andere eher der Typ stark und erfolgreich. Und doch merkt man während des Films, dass beide Frauen eine bestimmte Besonderheit haben: sie beide fühlen diesen Mutterinstinkt, der einfach evolutionär bedingt ist und der womöglich tief im Inneren einer jeden Frau schlummert. Schön war es auch zu sehen, wie beide Frauen sich einander gut tun: Melody schafft es, endlich einen Sinn in ihrem Leben zu finden, der so ganz anders aussieht als sie in sich vorgestellt hatte; und Emily lernt, loszulassen und den Moment zu genießen, der einem gegeben ist. Zwischen den beiden entwickelt sich eine Art Hassliebe, die sich durch den ganzen Film hindurchzieht und somit auch eine durchgehende Dynamik erzeugt.

Ein ganz anderer, aber ebenso positiver Aspekt war, dass (speziell am Anfang des Films) in vielen Szenen kaum ein Wort gesprochen wurde, und man doch genau wusste, was in den Köpfen der Figuren genau in diesem Moment vorgeht. 

Zudem werden sehr viele ethische Fragen rund um das Thema Kinderwunsch aufgeworfen und in Ansätzen auch Lösungsmöglichkeiten angeboten. Ab wann ist ein Lebewesen ein Lebewesen? Für welches Leben sollte man sich im Zweifelsfall entscheiden, bzw. wie kann man dies überhaupt tun? Kann man ein Leben wirklich verkaufen? Was passiert, wenn Kinder keine Eltern mehr haben?

Meine Bewertung:


„Melodys Baby“ ist eine wunderbare Erzählung darüber, wie das Leben manchmal so läuft und was das Wunder des Lebens für Wünsche, Probleme, Träume, Enttäuschungen und Überraschungen mit sich bringt.

(4 von 5 Sternen)

Trailer:




Links:


Melodys Baby bei MFA+
im Stream
bei letterboxd.de




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